Wildflecken 2014

 

Einmal im Jahr trifft sich der harten Kern (und Gäste) der ehemaligen M136-Gemeinde. Dieses Jahr haben wir uns den TrÜbPl WILDFLECKEN in der Rhön ausgesucht. Treffpunkt war 09.00 Uhr an der Wache der Rhön-Kaserne. Dort nahm uns der Feuerwerkerkamerad Wolfgang Harke in Empfang, der uns den Tag über betreute. Mit einem gemieteten Bus ging's dann zur Rundfahrt über den Platz. Wolfgang erzählte uns aus der Geschichte des Platzes, dessen Aufbau 1938 begann.

Eigentlich sollte er mehr in der Hochrhön, zwischen Heidelstein und Wasserkuppe, angelegt werden. Da es dort aber 9 Monate im Jahr Winter und 3 Monate kalt ist, suchte man einen anderen Ort aus. Auf der Fahrt erklärte er uns, was auf dem Übungsplatz für den Umweltschutz getan wird. So werden ganze Waldabschnitte gesperrt, wenn dort z.B. ein Horst des seltenen Schwarzstorches entdeckt wird. Auch sind ganze bewaldete Bereiche bei Übungen ausgenommen - die Natur wird sich hier selbst überlassen. Vorbei an verschiedenen Schießbahnen und durch die "Todeskurve" - während der Verwaltung des Übungsplatzes durch die Amerikaner von 1945 - 1994 sind hier unzählige Unfälle, teilweise mit Todesfolge passiert; ein großes Holzkreuz erinnert an die Getöteten - ging es zu unserem ersten Halt - der Dalherdaer Kuppe.

Am Fuß dieser Erhebung steht das Kuppenmännchen. Auch hierzu konnte Wolfgang uns folgendes erzählen: Der Sage nach handelt es sich bei der Felsformation um den Riesen Kuprian, der an dieser Stelle aus Gram und Leid versteinerte, weil ihm der Ritter von Ebersberg seine schöne Tochter geraubt hatte.

Wir stiegen dann auf die 801 m über N.N hohe Kuppe hinauf, wo Wolfgang uns in das Gelände einwies ;-).

Natürlich wird der Platz nicht nur militärisch genutzt.

Wolfgang wies uns nun ein. Nebenbei gab es eine Brotzeit, die unser Spieß mitbrachte (ein richtiger Spieß kümmert sich halt auch um seine "Schäfchen" - wobei nicht die Rhönschafe gemeint sind :-)  ). Außerdem wurde Kartenstudium betrieben. Zu guter letzt wurde an dieser exponierten Stelle die zweite Förmliche Anerkennung der 136er-Gemeinde ausgesprochen.

Nach dem Abstieg und einen letzten Blick auf die jetzigen Nutzer der Schießbahn wanderten wir zur Dreifeldskuppe.

Mit von der Partie war immer Wolfgangs Fahrzeug.

Vorbei ging es an unberührter Natur.

Hin und wieder erinnerten einige Relikte, dass man sich auf einem militärischen  Gelände befand.

Natürlich wurde sofort Panzererkennung betrieben!

Von der Dreifeldkuppe hat man einen Blick auf die Schießbahn. Es ging vorbei an verschiedenen Scheibenanlagen.

Am Wegrand fand man immer wieder was.

Wir stiegen weiter hinab zur Basis dieser Schießbahn - nicht nur militärisches konnte man entdecken ;-) Der Panzer, der da so "rumliegt", ist (oder war) ein M42.

Ziemlich weit unten standen einige KfZ - ausgebrannt.

Das Autoradio Bildmitte links sah noch recht gut aus.

Blick zurück auf die Dreifeldskuppe

Dann war es nicht mehr weit bis zum Bus

Als nächstes zeigte uns Wolfgang eine Übungsanlage, in der die Soldaten für den Einsatz ausgebildet werden. Hier ging es vor allem um "Sprengfallen" und das Verhalten, wenn solch ein selbst gebastelter Sprengsatz erkannt bzw. zur Wirkung kommt. Er zeigte uns verschiedene Originale aus Afghanistan und erklärte die Funktionsweisen. Auch erzählte er, wie und wo selbst gebastelte Sprengsätze versteckt und eingesetzt werden. Dies löste bei vielen Betroffenheit aus!

Der nächste Halt war die Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg. Dieses Kirchlein befindet sich auf dem Truppenübungsplatz. In den Sommermonaten wird hier regelmäßig Heilige Messe gefeiert. Verschiedene Wallfahrten kommen immer noch hierher. Das größte Fest wird am 15. August (Mariä Aufnahme in den Himmel - Maria Himmelfahrt) gefeiert. In der Regel kommen hierzu 800 - 1000 Gläubige.

Eine Treppe mit 252 Stufen führt zur Kirche herauf.

Wenn man diese Treppe herauf kommt, "empfängt" einem die Gottesmutter vor der Wallfahrtskirche.

Das Kreuz wurde für die Spender zur Erhaltung der Anlage (Kirche und Treppe) errichtet.

Weiter ging's zum Sprengplatz, einem der modernsten in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa. Auf der Fahrt erklärte er, wie der Sprengplatz gebaut worden ist. Die Sprengreste (chem. Verbindungen) werden durch Regenwasser in eine Art Kläranlage mit 2 Becken geleitet. hier werden sie von Bakterien in ihre Bestandteile "zerlegt". Dazu werden noch Hilfsstoffe benötigt - z.B. Melasse. Um immer das richtige Dosierverhältnis aufbauen zu können, wurde eine Dosieranlage mit eingebaut. Sämtliche Daten können über Funk angerufen werden. Am Rand dieses Sprengplatzes zeigte uns Wolfgang, wo Panzerrichtminen getestet werden. Er erklärte das Hohlladungsprinzip und zeigte uns die Wirkung an drei hintereinander aufgestellten Stahlplatten (10cm, 7,5cm und 5cm dick).

Hier die beiden Becken

Das 2. Becken ist da, wo der Schilf steht.

Dann ging es wieder zum Bus, der uns zur abgesiedelten Ortschaft Werberg fuhr. Diese Ortschaft war die älteste auf dem Übungsplatz, die 1938 abgesiedelt wurde. Einmal im Jahr kommen die ehemaligen Bewohner mit ihren Kindern und Enkel hierher, um das Werbergfest zu feiern. Wir schlossen uns an, da es hier ein gutes Mittagessen gab. Zuerst war Anstehen angesagt.

Nach dem guten Essen (Schweinebraten mit Kartoffelsalat) fuhren wir zurück in die Kaserne, um uns das Museum, äh, nein, die Traditionsräume anzusehen. Hier wird die Geschichte des Übungsplatzes dokumentiert. Verschiedene Zeitungsausschnitte, Bilder aus den Anfangsjahren, einige Modelle,  Exponate aus den verschiedenen Epochen, Trachten und Haushaltsgegenstände - alles kann man hier finden.

Bei Bauarbeiten wurde im Kasernengelände einiges gefunden

Einige Impressionen

Einige Exponate sind zu groß, um innen gezeigt zu werden.

Das obligatorische Gruppenbild darf nicht fehlen:

Zum Abschluss fuhren wir dann noch auf den Kreuzberg, den heiligen Berg der Franken. Trotz des nicht so optimalen Wetters fanden wir keinen Platz in der Klosterschänke. Es wurde ein Bulldog-Oldtimertreffen veranstaltet, was natürlich auch Besucher anzog. Aber nicht nur alte Bulldogs waren zu sehen.

Wir setzten uns im Berggasthof "Zum Elisäus" zusammen. Bei Kaffe, Kuchen Eis und Kreuzbergbier wurde der Tag beendet - ein Blick in die Kirche und zu den  Verkaufsständen durfte nicht fehlen.

 

Nun gilt es nur noch Dank zu sagen: Dank Dir, Dietmar, für die Mitorganisation. Danke Walter, für die Brotzeit. Ein herzliches vergelt's Gott an Wolfgang, der uns so toll durch den Tag gebracht hat. Und natürlich danke euch allen, die ihr dabei ward. In meinen Augen war dies eine gelungene Veranstaltung, und ich freue mich schon auf das nächste Treffen Ende Juni 2015 im Bayrischen Wald. Bitte merkt euch diesen Termin schon jetzt vor - näheres kommt zeitnah!