Bad Kötzting / Hoher Bogen 2015

 

Am 27. Juni war es wieder soweit: die M136-Gemeinde traf sich zum traditionellen Stammtisch. Diesmal hatte unser Spieß Walter die Organisation in die Hand genommen. Treffpunkt war die ehemalige Hohenbogen-Kaserne in Bad Kötzting (Bayr. Wald). Es bestand die Möglichkeit, bereits am Vortag anzureisen und dann einen Kameradschaftsabend zu begehen. Leider waren wir nur 5 Teilnehmer - für alle Daheimgebliebenen: Ihr habt was verpasst!

Der Samstag begann mit einem Vortrag über die FmEloAufklLW (klingt doch gut oder?). Dies wurde von den Kameraden Wolfgang Wieczorek und Franz Treml des Traditionsvereins Hohenbogen-Kaserne durchgeführt. Wolfgang war lange Jahre im Turm auf dem Hohenbogen beschäftigt - er konnte uns viel über die Arbeit der "Aufklärer" berichten. Franz war mehr für die Technik verantwortlich.

Der Referent bereitet sich auf den Vortrag vor - für uns die Gelegenheit, zu fotografieren.

Die folgenden Bilder sind bei der Präsentation gemacht worden - deshalb ist die Qualität nicht immer 100%ig

Die Lw besaß 5 Türme an der Grenze zum eisernen Vorhang - ein sechster sollte bei Garmisch-Partenkirchen entstehen - wurde jedoch nicht gebaut. Außerdem waren noch 2 feste Peilstellen vorhanden. Zur Gliederung: In Trier saß der Fernmeldebereich 70, dem die Fernmelderegimenter 71 (Osnabrück) und 72 (Feuchtwangen) unterstellt waren. Zum Fernmelderegiment 71 gehörten die 3 Türme im Norden, zu 72 die beiden im Süden. Jeder der Türme gehörte zu einem Sektor - für den Turm am Hohenbogen war dies der Sektor F.
Übrigens besaß jede Teilstreitkraft ihre eigene Fernmelde- und elektronische Aufklärung - teilweise mit eigenen Liegenschaften, teilweise auch in denen anderer Teilstreitkräfte.

Die Türme der LW im einzelnen:

Auch die US-Streitkräfte hatten eine Station auf dem Hohenbogen:

Einige Daten zum Turm auf dem Hohenbogen:

Ein Einblick:

Die Anlage auf dem Hohenbogen:

Was ich bis jetzt vom "Turm" geschrieben habe, bezieht sich auf den vorderen Turm (der mit Fenstern). Dieser war mit Personal besetzt. In der 9.-11. Etage (über den Stockwerken mit den Fenstern) waren die Arbeitsplätze der Operatoren/Aufklärer - darüber nur noch Antennen. Ausgewertet wurden die erfassten Daten in den unteren Stockwerken bzw. in Trier. Im linken Turm (er wurde erst später gebaut - genannt. Baby-Turm) befinden sich nur Antennen - als kein Personal. Die Antennen rechts (bei dem lila Strich) gehören zu der dort stationierten franz. Einheit. Rechts außerhalb des Zaunes (rechts der Strasse und nach dem KfZ-Abstellplatz) sieht man die amerikanische Stellung samt Antennen.

Im Laufe der Entwicklung (Ende des Kalten Krieges - neues Einsatzspektrum der BW) mussten diese Anlagen mobil werden - deshalb der Bieber mit Rollschuhen.

Übergabe der Kaserne an die Stadtverwaltung 2004

 

Nach dem Vortrag begaben wir uns in die gegenüberliegenden Räume des Museums.

 

Ein Arbeitsplatz, der so auf dem Turm mehrfach vorhanden war:

Diese Antennen gehörten zu einem Arbeitsplatz. Die Antennen waren um 359° drehbar - ein dickes Kabel verhinderte die komplette Kreisbewegung :-(

Eine etwas neuere Version eines Platzes:

Die Lagekarte

Die Vorschrift darf nicht fehlen

Nun begaben wir uns in eine andere Abteilung

Uns wurden verschiedene Geräte zur Kommunikation gezeigt:

Lochstreifengeräte

 

Ein Aufnahmegerät: auf solchen Geräten wurde Funkverkehr aufgenommen - Kapazität: ca. 3 min. Gelöscht wurde diese Scheibe mit einem Magneten, den man einfach drüber zog!

Nach und nach wurden die Medien kleiner. So kamen dann "normale" MC-Kassetten zum Einsatz. In der Bildmitte hinten sieht man einen "Turm", in dem diese Kassettenrecorder eingebaut waren. 98% der Aufnahmen wurden jedoch nicht benötigt und gleich wieder gelöscht. Der Uffz auf dem Bild überwacht 100 Kanäle und gibt sie zur Bearbeitung / weiterem Abhören weiter.

 

Hier wird noch ein aktives Signal empfangen: das des deutschen Wetterdienstes:

 

Es ging weiter ins nächste Gebäude - Gelegenheit, um zu fotografieren.

Die Wache (jetzt Bäckerei/Tante-Emma-Laden)

Die Mun-Behälter werden als Lager genutzt.

Wir begaben uns nun in die...

In dem Bunker (Bw50) werden z.B. Exponate aus der Berguet Atlantic (ehem. Aufklärungsflugzeug der Marine) ausgestellt. Außerdem kann man das "Bunkerfeeling" live erleben - an den Schreibtischen des Gefechtsstands, den Fm-Anlagen, usw. usw.

Der Eingang:

Nochmal ohne Blitz :-)

In den einzelnen Sektoren gab es noch Peilstellen: eine kleine Hütte mit ein paar Antennen und ein Zaun drum rum. Hier ein Dienstbuch solch einer Peilstation:

Außerdem ist ein "Büro" bei der Rückwärtigen Auswertung (z.B. in Trier) nachgebaut. Die Lagekarte:

Versch. weitere Karten

Standorte der UdSSR in der DDR (jeweils ehemalig)

Büroutensilien

Weitere Impressionen:

Konstante Temperatur:

 

Jetzt verlegten wir zum Freizeitzentrum Hohenbogen. Es war geplant, mit der Seilbahn den Gipfel zu "erklimmen". Leider fuhr an diesem Tag die Seilbahn nicht - wahrscheinlich, weil es ein wenig regnete. Letztendlich erreichten wir unser Ziel, das Berghaus auf dem Hohenbogen.

Erstmal eine Übersichtskarte.

Das Berghaus:

Jetzt war erstmal eine ordentliche Stärkung angesagt.

Während des Essens klarte es ein wenig auf, sodass man in die Further Senke schauen konnte.

Der Blick auf den Turm - immer wieder kamen Wolken dazwischen.

Am Gelände angekommen.

Der Gedenkstein am Eingang.

Blicke rund um den Turm

Hier sieht man besonders gut die nachträglich angebrachte Treppe zur Aussichtsplattform - auf Grund des nicht besonders gutem Wetters verzichteten wir darauf, die 290 Stufen hinauf zu steigen - teilweise hätte man nicht mal den Boden sehen können!

Französische "Hinterlassenschaft"

Der "Baby-Turm"

Diese "Teile" befanden sich auf der amerikanischen Station

Und dann fing es wieder zu regnen an - und der Wind nahm zu.

Der Blick nach unten besserte sich aber - hier Neukirchen beim heiligen Blut.

Walter wies uns nochmals ins Gelände ein - jetzt konnte man auch den Cherkov, das Gegenstück auf tschechischer Seite, sehen.

Nochmal ein Blick in die Further Senke

Die Seilbahn, die an diesem Tag nicht in Betrieb war - und unten wieder Neukirchen.

Daas Gipfelkreuz

Ein Blick zurück

 

Alles in allem war es ein interessanter Tag. Ein herzliches Vergelt's Gott unserem Spieß Walter für die Organisation. Das Treffen im nächsten Jahr findet wieder am letzten Juni-Wochenende statt - bitte Termin vormerken!

Weitere Infos zu der Anlage auf dem Hohenbogen bzw. zum Sektor F findet ihr unter

http://www.traditionsverein-hohenbogenkaserne.de

http://sektor-f.de/