Einweisung TrpÜbPl HAMMELBURG und Besichtigung BONNLAND

 

Treffpunkt an diesem Tag war die Kommandantur auf dem TrpÜbPl. Der Leiter Schießtechnik und der OSFw a.D. Rehberger begrüßten uns. Anschließend wies uns OSFw Rehberger in den TrpÜbPl und die Geschichte der Entstehung ein.

Nach dieser kurzen Zeit im "Hörsaal" ging es raus auf den Platz. Erster Halt war die Dorfstelle HUNDSFELD.

1937 wurde auf Grund der Vergrößerung des TrpÜbPl die Ortschaft HUNDSFELD geräumt.
Die rund 800 Einwohner fanden zum größten Teil in der näheren Umgebung eine neue Bleibe.
Es stehen nur noch wenige Häuser diese Ortes, die nun für Ausbildungszwecke genutzt werden.
Hier wir das Eindringen in Gebäuden geübt. Außerdem werden Ziele in den Fenstern von Scharf-
schützen aus Entfernungen von 1000m und mehr bekämpft.
Die Bundeswehr hat in diesem Ort nur ein Haus abgerissen - die restlichen wurden abgebrochen,
um Baumaterial für die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften zu gewinnen. Dies war nach
dem 2. Weltkrieg.

Nun zu BONNLAND, dem eigentlichen Ziel:

Wie jede Ortschaft hat auch BONNLAND sein Ortsschild. (Nein, die Autos in Hintergrund stehen
da nicht zu Übungszwecken! ;-)  )

Auch BONNLAND wurde 1937 abgesiedelt - es lebten rund 400 Menschen in dem Ort. Die rund
120 Häuser überlebten den Krieg - bereits 1943 wurden ausgebombte Familien hier
untergebracht. Nach Kriegsende wurden viele Vertriebene in BONNLAND einquartiert - die
Bevölkerungszahl wuchs auf rund 600. Es wurde ein Bürgermeister gewählt, und auch die Land-
wirtschaft wurde wieder aufgenommen. 1952 verlassen die ersten Einwohner BONNLAND. Nach
der Wiedereinrichtung des TrpÜbPl 1956 verlassen weiter Einwohner die Gemeinde. Im Jahr
1958 leben noch ca. 200 Personen in dem Ort. 1964 verlassen auch sie BONNLAND - der Ort
wird nun als Ortskampfbahn genutzt. Die letzten Einwohner (der Wirt der Dorfkneipe mit
Familie) sind die letzten "Zivilisten", die in BONNLAND wohnen. Doch auch sie müssen bald
den Ort verlassen.
In den 80iger des vorherigen Jahrhunderts wurden in die Erhaltung/Erneuerung BONNLANDS
über 23 Mio DM gesteckt. Es wurden inzwischen neue Häuser gebaut: ein Hochhaus, auf dem
Soldaten per Hubschrauber abgesetzt werden können, ein Mehrfamilienhaus und ein Industrie-
betrieb - so ist die Möglichkeit geschaffen, einsatznah zu üben.

 

Hie nun einige Impressionen:

Diese Gebäude ist die Dorfwirtschaft, direkt in der Ortsmitte, gegenüber der Kirche. In den
Gewölbekellern finden noch gelegentlich Veranstaltungen statt (z.B. die Barbara-Feier der
Feuerwerker).
 

Blick auf Schloss Greifenstein, das am Rande der Ortschaft steht.

Hier die Dorfschule: in ihr sind verschiedene Sprengfallen versteckt: unter losen Treppenstufen,
hinter Türen, uvm. Auch die Schule steht zentral in der Dorfmitte, neben der Kirche.

Blick von der Dorfmitte (Fischerplatz) nach Süden...

... und nach Norden.

Ob das den "Feind" beeindruckt?

Am Fischerplatz

Auch das Kanalsystem wurde ausgebaut, so dass die Soldaten auch darin vorgehen können.
Die blauen Kanaldeckel zeigen Ein-/Austoegsmöglichkeiten.

Dieses Haus brannte bei einer Übung der Feuerwehr ab. Verschiedene Feuerwehren (z.B. die
BF München oder Frankfurt) kommen regelmäßig nach BONNLAND zum üben.

OSFw Rehberger bei seinen Ausführungen zu Schloss Greifenstein

Der Aufstieg zum Schloss.

Blick vom Schloss auf BONNLAND.

Das alte Forsthaus: hier werden Geiselbefreiungen geübt, da es etwas abseits und allein steht.
Ein Großteil dieses Gebäudes ist allerdings für Fledermäuse reserviert (Naturschutz!)

Am Schloss

Die so genannte Brandbahn. Hier sollen die Soldaten Hindernisse überwinden, an denen Feuer
brennen.

Auch in diesem Gebäude werden an den Durchgängen Feuer gelegt, so dass die Soldaten hindurch
müssen.

Ein alter Bekannter sichert den nördlichen Ortsrand (ist wohl eine leistungsgesteigerte Version,
wenn man die Kanone betrachtet).

Auch Wolfgang fand dieses "Schätzchen" interessant.

Die letzten Bilder zeigen Anschauungsmaterial: hier wird die Wirkung von Waffen und Spreng-
stoff gezeigt.

 

Lehrsammlung Teil 1